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Viele Athleten gehen ihre emotionalen Blockaden nicht aktiv an.

Im Wettkampf fallen sie dann immer wieder ins gleiche Muster und sind nach einem erneuten Misserfolg frustriert.

Das muss nicht sein.

Denn emotionale Blockaden sind in der Regel gelernt.

Was du lernst, kannst du auch wieder verlernen.

Wie emotionale Blockaden entstehen

Emotionale Sperren sind gelernt und machen sich häufig bei Angst oder Nervosität bemerkbar.

Wenn du nach einem negativen Erlebnis in eine Negativspirale kommst und dich für die schlechte Leistung fertigmachst, dann erhöhst du damit die Wahrscheinlichkeit, eine emotionale Sperre zu entwickeln.

Mit Gedanken, Selbstgesprächen und Aussagen wie

  • Wie konnte ich nur so ….
  • Ich bin ein Idiot …
  • Ich wusste es, dass …
  • War das miserabel …
  • Ich Taugenichts …
  • Ich kann es sowieso nicht besser …
  • Etc.

festigst du das negative Erlebnis. Je öfter du es tust, desto erfolgreicher wirst du damit. Ich bezweifle jedoch, dass du das willst.

Blockaden laufen oft unbewusst ab. Die Ursache dafür kann schon weit zurückliegen und ist dir deshalb nicht (mehr) bewusst.

3 Arten von emotionalen Blockaden

Es gibt verschiedene Arten von emotionalen Blockaden im Sport.

Situationsspezifische Blockaden

Als Athlet kommst du immer wieder in Situationen, die aus irgendeinem Grund negativ behaftet sind.

Du hast beispielsweise Angst oder übermässige Nervosität bei wichtigen Wettkämpfen, einer Angst- oder sogar einer Paradedisziplin.

Athleten klagen in diesen Situationen beispielsweise über Übelkeit oder sie bekommen Durchfall. Manchmal äussert sich eine situative Sperre auch in Form von Motivationsproblemen oder einer übermässigen Angst vor Schmerzen.

Als junger Athlet hatte ich bei meinen ersten Grossanlässen richtiges Muffensausen. Dies wirkte sich vor allem bei meinen schwachen Strecken (500 m und 1500 m) sehr negativ aus. Da ich diese ohnehin nicht mochte, festigte ich diese Sperre immer wieder. Clever war das nicht.

Technikspezifische Blockaden

Deine technischen Schwachpunkte kennst du als Athlet sehr gut. Nicht wenige entwickeln dadurch eine Vermeidungsstrategie, indem sie sich auf das fokussieren, was sie nicht tun wollen.

Dieser falsche Fokus wirkt sich leistungshemmend aus und kann zu einer Blockade führen.

Natürlich wollte ich es immer wieder besonders gut machen. Dabei habe ich immer wieder einmal vergessen, mich auf das zu fokussieren, was funktioniert – und habe mich stattdessen auf das konzentriert, was noch nicht geht. Wie die Ergebnisse ausgefallen sind, kannst du dir vorstellen.

Zielspezifische Blockaden

Womöglich ist das eine sehr weit verbreitete emotionale Blockade in Sportlerkreisen, die sich immer wieder bemerkbar macht. Ich denke dabei beispielsweise an die letzten Punkte oder den Matchball in einem Tennismatch, wenn das Ziel zum Greifen nahe ist.

Die Angst vor dem Sieg oder die Angst vor einem persönlichen Rekord ist eine seltsame Form der Blockade. Dann löst der bevorstehende Sieg oder die mögliche Bestleistung ein mulmiges Gefühl aus.

Oder sie führt zu Selbstgesprächen wie

  • Es kann doch nicht sein, dass ich so gut bin
  • Den kann ich doch nicht schlagen
  • Etc.

machen sich in deinem Kopf breit.

Und was passiert dann?

Du wirst wieder in deinem gewohnten Leistungsbereich ankommen, weil unbewusst schon eine Vorentscheidung getroffen wurde, damit es wieder zu deinem erwarteten Ergebnis und damit zu deinem Selbstbild passt.

Auch das ist nicht leistungsfördernd.

Bestleistung ade …

Emotionale Blockaden identifizieren

Da emotionale Sperren durch das Unbewusste überdeckt werden, müssen wir zuerst identifizieren, ob es sich um eine emotionale Blockade handelt.

Beobachte deine Ergebnisse über einen längeren Zeitraum und analysiere, wie sie zustande gekommen sind.

  • Findest du ein Muster?
  • Geht es immer in der gleichen Situation daneben?
  • Hat es beispielsweise einen Zusammenhang mit einer bestimmten Wettkampfsituation?
  • Hat es einen Zusammenhang mit deiner Erwartungshaltung/der Erwartungshaltung anderer?
  • Tritt es auf, wenn sich dir eine Top-Chance in einer bestimmten Situation bietet?
  • Oder wenn du eine persönliche Bestleistung erzielen kannst?
  • Wie fühlst du dich in diesen Situationen (nervös, angespannt, ärgerlich)?
  • Wo im Wettkampf (Zeit, Punktstand) kippt es zu deinen Ungunsten?

Wenn du das eine Weile machst, wirst du die eine oder andere Blockade identifizieren.

Wenn du die Blockade kennst, dann kannst du auch etwas dagegen tun.

Emotionale Sperre lösen

Mach den Kopfstand

Eine mentale Blockade kannst du überwinden, wenn du den Kopfstand machst und das Gegenteil von dem tust, was du sonst tun würdest.

Damit verlässt du deine Komfortzone und schaffst dir die Möglichkeit, Neues zu lernen und die alten Muster hinter dir zu lassen.

Versuche es mit einer ganz anderen Strategie, als du es üblicherweise tun würdest.

Du kannst dir auch die Frage stellen: „Was muss ich tun, damit ich garantiert einen weiteren Misserfolg einfahre?“

Bleiben wir beim Tennis und dem Matchball.

Eigener Aufschlag:

  • Zögerlich aufschlagen
  • Auf einen Returnfehler hoffen
  • Einen Doppelfehler machen
  • Das Spiel nicht selber in die Hand nehmen
  • Mit den Gedanken beim Sieg und nicht beim Aufschlag sein
  • Etc.

Return spielen

  • Den Ball als Vorlage für einen Smash retournieren
  • Auf einen Doppelfehler des Gegners hoffen
  • Den Return nicht durchziehen
  • Den Return schon im Netz sehen
  • Etc.

Damit findest du Lösungen und Wege, wie du es anders machen kannst, um dein altes Muster zu durchbrechen.

Stell dir vor, du verlässt dein altes Muster und bist damit erfolgreich. Willst du das?

Visualisiere, wie du die emotionale Grenze sprengst

Grenzen und Barrieren kannst du mental verschieben und auflösen.

Schliess die Augen, entspanne dich und stell dir die Situation mit der emotionalen Grenze vor deinem inneren Auge vor.

Verschiebe oder sprenge die Grenze, indem du dir vorstellst, wie du

  • beim Matchball ein Ass schlägst,
  • den Return perfekt auf der Linie platzierst,
  • deine persönliche Bestleistung knackst,
  • deinen „Angstgegner“ besiegst,
  • ins Schwarze triffst,
  • Etc.

Unterstützen kannst du das auch mit positiven Selbstgesprächen wie zum Beispiel: „Ich wage es, eine Bestleistung zu erzielen“

Nimm dir Zeit

Das Lösen von Blockaden kann ein ungutes Gefühl auslösen, weil du deine Komfortzone verlässt. Eine einfache Übung ist das nicht.

Weil Blockaden meistens über längere Zeit genährt wurden, verschwinden sie nicht von heute auf morgen. Wenn du beispielsweise eine emotionale Barriere mit Visualisieren verschieben willst, reicht es nicht, wenn du das ein einziges Mal tust und denkst, jetzt passt es schon. Tut es eben nicht.

Regelmässiges Training ist das Geheimnis. Der Kopf muss genauso wie der Körper trainiert werden.

Je tiefer verwurzelt die Blockade ist, desto länger dauert es, bis sie durchbrochen werden kann.

Das kann Monate dauern.

Einfachere Blockaden kannst du gut selber bearbeiten. Wenn du regelmässig trainierst, siehst du bereits nach ein paar Wochen erste Fortschritte.

Bei schwerwiegenden emotionalen Blockaden macht es Sinn, wenn du sie mit einem Mentaltrainer oder einem Sportpsychologen angehst.

wingwave_qualitätszirkel

Mit Techniken wie EFT oder wingwave (das Letzte biete ich auch an) können emotionale Blockaden und Ängste gezielt angegangen und schon in wenigen Sitzungen aufgelöst werden.

Fazit

Was du gelernt hast, kannst du auch verlernen:

Identifiziere emotionale Blockaden,

  • gehe diese aktiv an,
  • sprenge die Grenzen
  • und gehe auf zu neuen Taten.

To uncover your true potential you must first find your own limits and then you have to have the courage to blow past them.“ — Picabo Street“

Hast du den Mut, deine Blockaden aktiv anzugehen?

Nutze deine Möglichkeiten!

Martin

PS: Ich bin übrigens der Meinung, dass mit mentaler Stärke alles ein wenig einfacher geht.
PPS: Und mit dem Unbewussten im Boot geht es noch besser.