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Kennst du eine deiner größten Stärken? Wenn es dir geht wie den meisten Athleten, ist das ungefähr so etwas: ?

Du visualisierst, wie du auf der Ziellinie abgefangen wirst, wie dich dein Angstgegner in die Schranken weist oder in welcher Kurve du stürzt.

Du denkst, ich mache Witze. Leider nein.

Vielen Athleten tun das.

Wenn du den negativen Ausgang visualisierst, eliminierst du dich selber.

Dein Gehirn unterscheidet die Bilder in deinem Kopf nicht nach Realität und Fiktion. Für dein Gehirn ist das Jacke wie Hose.

Visualisieren ist mentales Doping oder eine mentale Bremse. Abhängig davon, wie du es einsetzt.

Wenn du die Niederlage oder einen anderen negativen Ausgang visualisierst, dann stellst du dich mental darauf ein und lenkst deine Aufmerksamkeit in diese Richtung. Du darfst dann nicht überrascht sein, wenn es im Wettkampf nach dem gleichen Muster abläuft. Schliesslich hast du dich mental perfekt auf die Niederlage vorbereitet.

Du weisst: Das Unbewusste macht keine Fehler.

Dein Unbewusstes steuerte zielsicher auf die Niederlage zu. So, wie du den Weg in deinem Navigationssystem eingegeben hast. Ein weiteres Indiz dafür, dass mentales Training funktioniert.

Ich weiss, von dieser Seite hast du das noch nie angeschaut, oder?

Visualisieren

Visualisieren hat nichts mit Voodoo oder einem anderen Zauber zu tun. Vielmehr ist es ein wertvolles Werkzeug für bessere sportliche (und berufliche) Leistungen.

Athleten, die regelmässig visualisieren, …

  • haben mehr Selbstvertrauen,
  • einen besseren Fokus,
  • können besser mit Druck umgehen,
  • sind konstanter in ihrer Leistung,
  • verbessern ihre Bewegungsmuster und damit ihre Leistung.

Was hält dich davon ab, das zu tun, was vielen Top-Athleten hilft, ihre Leistung am Tag X abzurufen?

Wirkungsvolles Visualisieren

Wenn du nebenbei noch schnell visualisierst und hoffst, dass es dann gut kommt … muss ich dich enttäuschen.

Wirkungsvolles Visualisieren funktioniert anders!

Positive Einstellung

Eine positive Einstellung zum mentalen Training ist eine wichtige Voraussetzung. Sei überzeugt von dem, was du tust und visualisierst. Alles andere ist nicht zielführend.

Zielorientiert

Du brauchst für das mentale Training ein Ziel und ein überprüfbares Ergebnis. Ohne Plan ins Blaue hinein zu visualisieren bringt nicht das gewünschte Ergebnis. Sei dir klar darüber, was du mit dem Visualisieren erreichen willst.

Entspannung

Eine gute Vorbereitung hilft dir beim Visualisieren. Entspanne dich mit einer Entspannungsmethode (z. B. Atementspannung) deiner Wahl und mach deinen Kopf frei. Ein freier Kopf sowie eine hohe Konzentrationsfähigkeit sind Schlüsselfaktoren für das mentale Training.

Eigenerfahrung

Am effektivsten ist Visualisieren, wenn du es mit dem physischen Training kombinierst. Die Bewegung, die du optimieren willst, musst du kennen und schon einmal gemacht haben.

Eigenperspektive

Deine Bewegungsvorstellung richtet sich nach deinen Möglichkeiten und deinem Entwicklungsstand. Es ist nicht zielführend, wenn du die Hahnenkamm-Abfahrt visualisierst und kaum gerade auf den Skiern stehen kannst. 😉 Du weisst, was ich meine.

Apropos Perspektive: Abhängig von deinem bevorzugten Lernstil kannst du dich beim Visualisieren in die Bewegung hineinversetzen oder dich von aussen betrachten.

Wenn du dich in die Bewegung hineinversetzt, erlebst du diese mit allen Sinnen (und Gefühlen) in Realtime. Bei der Betrachtung von aussen stellst du dir die Bewegung vor dem inneren Auge aus verschiedenen Kameraperspektiven vor.

Lebhaft „vergegenwärtigen“

Stelle dir dir Bewegung lebhaft und mit allen Sinnen vor. Spüre die Bewegung, die Kräfte, die auf deinen Körper wirken, und kontrolliere das erzeugte Bild. Navigiere so, wie du es im Wettkampf tun willst.

Mit dem Visualisieren zeichnest du dir eine innere mentale Landkarte von deinem Weg, den du in dein Navigationssystem eingibst. Diesen trainierst du so lange, bis er automatisch und unbewusst abläuft.

Dann funktioniert dein Unbewusstes tatsächlich wie ein Navi, das dich schnell, souverän und auf direktem Weg ans Ziel führt.

Das funktioniert auch in Mannschaftssportarten. Der Sportpsychologe Markus Gretz hat einen lesenswerten Artikel zum taktischen Visualisieren geschrieben.

Fazit

Mit Visualisieren kannst du das gewünschte Ergebnis selber beeinflussen.

Ob du Horrorszenarien und Stürze oder den „perfekten“ Wettkampf visualisiert, kannst nur du entscheiden.

So gelingt es:

  • Entspanne dich. Damit machst du den Kopf frei.
  • Sei überzeugt von dem, was du visualisierst.
  • Mach dir einen Schritt-für-Schritt-Plan von dem, was du visualisieren
  • möchtest (Wettkampf, Bewegungsabfolge, Taktikablauf).
  • Visualisiere den Wettkampf respektive die Bewegung Schritt für Schritt, bis es sitzt.

Eine ausführlicheren Artikel zum Visualisieren findest du hier.

Mache das Visualisieren zu einer Priorität in deinem Training und werde mental stark!

Visualize this thing that you want, see it, feel it, believe in it. Make your mental blue print, and begin to build. – Robert Collier

Nutze deine Möglichkeiten!

Martin

PS: Ich bin übrigens der Meinung, dass du mit dem Unbewussten im Boot mental stark bist.